Warum die Löschaktion der ARD zu begrüssen ist

Es gilt ja die ziemlich einhellige Meinung, dass die Lösch-Aktionen der ARD im Internet ein Skandal sind, @343max und @mspro sprachen in Ihrem Podcast gar von einer Sache für die wir uns bei späteren Generationen werden rechtfertigen müssen als wäre es eine Art digitale Bücherverbrennung (der Vergleich wird tatsächlich von Holger Köpke gezogen), was da passiert.

Und ich muss zugeben, befremdlich ist es schon, wenn aufwändig mit Steuergeldern produzierte Inhalte einzig aufgrund gesetzlicher Bestimmungen vom Netz genommen werden.

So blöd kann doch eigentlich keiner sein…

Der Rundfunkstaatsvertrag erzwingt dieses Verhalten aber aus einem erstmal leicht nachvollziehbaren Grund: der Sendeauftrag der Öffentlich-Rechtlichen ist nur begrenzt und es soll verhindert werden, dass durch eine überzogene Ausweitung im Internet anderen Anbietern mehr Konkurrenz gemacht wird als erlaubt ist.

Damit man sich dann maximal darüber aufregen kann, wird diese Meinung auch lautstark von den Vollzeit-Lobbyisten der Publisher-Verbände verteidigt (so z.B. Christoph Fiedler vom VDZ).

Für die Netzgemeinde ist damit klar: Löschen ist böse!

So einfach ist es aber nicht. » Read more…

Datenananyse und PR bei Apple

Oh Apple. Du alte Ananysehippe. Du anankastische Datensaugglocke. Wo ist eigentlich dein Blow-Out-Preventer? Du vom Android übermannte. Aber wie poetisch Deine Gläser zerspringen. Und alle GPS codes suppen heraus aus Deinem bauchigen Gehäuse. Was denkst Du dir dabei? Ist es geil? Du mit Deinen Briefen und so. Und den Chefmails, angeblichen. Was kauerst Du da so rum? Leo hat mich beeindruckt mit Dir, das ist Jahre her. Eine Tüte von Deinem store an der avenue wahrte ich auf für lange Zeit. Zum Sammler machste mich. Ach Apple. Popapple.

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PS & Disclaimer: Dies war eine Auftragsarbeit

Warum man rauchen sollte

Ich brauch ja Aufträge, anders gehts nicht.

Also – warum sollte man rauchen?

Erstmal zum Hintergrund: Habe nun seit ca. 20 Jahren nicht mehr geraucht. Davor sehr leidenschaftlich, jahrelang. Verleidet hat’s mir damals die Arbeit in einer Krebsklinik und überhaupt die ganze beschissene Krebsangst. Sonst nix.

Habe damals wirklich von einem Tag auf den anderen aufgehört, keinerlei Entzugserscheinungen – körperliche…

Die ganzen 20 Jahre über war ich aber immer Raucher des Herzens, habe gern an die Zigarette zurückgedacht, den Tabak, die Rituale. Natürlich auch den Kick, den Geruch und alles was eben dazu gehört.

Seit ein paar Wochen rauche ich wieder ganz bewusst, gelegentlich – aus purem Genuss…und…Widerstand.

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Leutheusser-Schnarrenberger, die Piraten und die neue Macht der Netzgemeinde

Ich war vor zwei Tagen auf einem sehr netten und interessanten “politischen Abend” mit der Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger eingeladen. Über die fachlichen Aspekte davon habe ich an anderer Stelle schon berichtet – das lasse ich hier also mal weg.

Neben den fachlichen Themen und meiner generellen Bewunderung für diese Ministerin wegen Ihrer Gradlinigkeit fand ich eine Sequenz bemerkenswert, wo es kurz um die Bewertung der Piraten ging.

In einem Wortbeitrag sagte nämlich der ebenfalls geschätzte Tim Renner man sei ja etwas geschockt gewesen von dem 2% Wahlergebnis der Piraten bei den Wahlen. Da sagte Leutheusser-Schnarrenberger: “Was glauben Sie wie wir geschockt waren…”.

Im folgenden ging sie dann noch mehrfach darauf ein, wie sehr sie inzwischen die “Netzgemeinde” in Ihrem politischen Handeln ernstnehmen würden. Bzgl. der diskutierten Verschärfungen im Zusammenhang mit Urheberrechtsverletzungen (“Three Strikes”-Modell usw.) sagte sie z.B. es gäbe einen Teil der Fraktion, die der Meinung wären, das könne man vergessen wegen der zu erwartenden Reaktionen im Netz.

Über Netzsperren hat sie übrigens auch gesprochen. Nochmal klargemacht, dass Löschen die zu bevorzugende Strategie ist (dabei sagte sie Ihre Erfahrung wäre, dass das in der Regel “überraschend schnell und einfach” ginge). Offenbar war ein entsprechendes Löschgesetz auch schon weit vorbereitet, wird aber derzeit in der Koalition gebremst.

Wie auch immer – mich hat beeindruckt, mal eine Einschätzung zu den Piraten und generell dem Einfluss der Netzgemeinde aus erster Hand zu bekommen. Und obwohl mir klar war, dass die das alle auf dem Schirm haben, war ich überrascht von der Stärke des Einflusses den das offenbar hat – übrigens die “Netzgemeinde” offenbar noch deutlich mehr als bloss die Piraten.

Ich bin wirklich fasziniert, denn es scheint tatsächlich zu gelingen darüber eine neue Öffentlichkeit und einen starken Einfluss der Blogosphäre (im weiteren Sinne) auf die Politik herzustellen – das hätte ich so nicht gedacht.

Wäre natürlich schön, wenn wir auch beginnen würden das über eigene Themen wie Netzsperren usw. hinaus zu gestalten. Und ich glaube, die neue Macht sollte auch mit einem entsprechenden Bewusstsein einhergehen – denn das war auch bemerkenswert. Sie sagte nämlich, es sei sehr schwierig mit den Themen z.B. der Piraten umzugehen weil man mit denen auf Podien eigentlich ganz konstruktiv und nett sprechen könne, es aber dann oft sofort eine Art Zweitdiskussion in der Blogosphäre gebe auf die man weder Einfluss noch Zugriff habe (man könnte auch sagen das “Twitterwallproblem”).

Jetzt werdet Ihr natürlich sagen soll sie halt bloggen usw. – klar. Ich finde es aber wirklich einen nicht so einfach zu beantwortenden Punkt, nämlich letztlich die Frage wie sehr man sich der politischen Verantwortung stellt, und sich in die entsprechenden Debatten auch verantwortlich einklinkt – was offenbar mit einem Blogpost oder Kommentar nicht notwendigerweise gegeben ist.

Wieviel Blödheit steckt eigentlich in der Print-Krise?

Ich bin ja ein wirklicher Print-Fan und davon überzeugt, dass die Print-Krise einen erheblichen kulturellen und gesellschaftlichen Schaden verursachen könnte, den das Internet vielleicht nicht auffangen kann. Ein schönes Beispiel dafür ist die wöchentliche “Technik und Motor” Beilage der FAZ. Dort präsentiert sich seit Jahren ein buntes Sammelsurium aus Auto-Berichten, Computer-Besprechungen aber auch Tests zu Keramikmessern, Fritösen ohne Fett oder neuartigen Landmaschinen. Sozusagen ein Musterstück der Serendipity, denn häufig liest man Artikel zu wirklich abwegigen und verrückten Sachen aber nicht selten auch einfach exzellente Produktbesprechungen zum Nexus One zum Beispiel. Und das alles auf einem Qualitätslevel der in vieler Hinsicht (und erst recht in der Breite) unerreicht ist. Die Unabhängigkeit und Objektivität der Autoren ist nahezu über jeden Zweifel erhaben. Die Auseinandersetzung mit den Produkten ist leidenschaftlich und kritisch distanziert zugleich, manchmal sind die Beiträge auch noch wundervoll zu lesen (z.B. ein Bericht über die Yamaha Vmax, leider hinter der Bezahlschranke).

Aber jetzt zu der Blödheit.

Es liegt in der Natur der Sache, dass man die besprochenen Produkte nicht selten kaufen möchte oder zumindest die hervorragenden Artikel speichern und an Freunde weiterleiten möchte. Da würde man denken das  müsste doch ein einfaches und leicht umzusetzendes Zusatzgeschäft für die FAZ sein…

Das Gegenteil scheint der Fall zu sein, denn die liebe FAZ macht es nahezu unmöglich die TuM Artikel in der Weise zu nutzen. Es fängt schon damit an, dass die Artikel sich nur mit grösster Mühe auf dem Online-Portal finden lassen. Und die Online-Version des Artikels bräuchte man halt schon, zum einen wegen der Weiterleitung, zum anderen wegen Bestellmöglichkeiten und ausserdem liebe FAZ könntet Ihr nur so ein paar zusätzliche Umsätze abgreifen und sei es durch dumme Affiliate-Links!

Die TuM-Artikel lassen sich schonmal deshalb schlecht finden, weil es TuM auf dem Online-Portal nicht gibt! Kaum zu glauben, oder? Ist aber so. Es gibt “Autos & mehr”, “Computer & Technik” und darunter auch “Mehr Technik”. Wo, liebe FAZ-Kollegen, soll ich denn jetzt den Artikel über die Espresso-Maschine aus dem letzten TuM genau finden? Der Artikel ist übrigens auch über die Suche nicht aufzufinden.

Bei dieser Gemengelage überrascht es natürlich nicht, dass Artikel die man findet Bestell-Links usw. vermissen lassen.

Was bitte ist so schwer daran einen Print-Artikel online auffindbar zu machen? Wie wäre es mit einem Show-View Code im Print mit dem man den Artikel sofort findet? Oder wenigstens einer Entsprechung von Online und Print-Produkt?

Wenn nicht mal so einfache Hausaufgaben erledigt werden frage ich mich wie das klappen soll mit Ipad und so. Fühle mich aber auch als treuer Leser und Abonnent des Print-Produktes nicht ernstgenommen. Ganz abgesehen davon, dass ich es für eine beispiellose Verschwendung von Ressourcen halte wenn man hervorragenden Content bewusst nicht auffindbar macht. Irgendwie seltsam diese Print-Krise.

Aigner und die Facebook-madig-Macherei

Sicherlich sind einige der Kritikpunkte die seitens Ministerin Aigner und der Verbraucherschützer gegen Facebook ins Feld geführt werden berechtigt. Aber irgendwie bleibt bei mir immer so ein schales Gefühl dabei, und zwar auch dann noch, wenn ich die mehrdimensionale Grundabneigung gegen die CSU-Ministerin und die ganzen Schutz-Vereine usw. herauszusubstrahieren versuche.

Ich glaube es sind dann vor allem zwei Dinge die mich an diesem Kurs stören: » Read more…

mach dat ding aus

Hier meine ultimative Oster-Interpretation der Datenschutz-Debatte:

mach dat ding aus

In ehrenvoller Verneigung vor meinem Schwiegervater.

Warum Facebook mein Herz langsam erobert

Ich weiss ehrlich gesagt gar nicht mehr genau, warum ich FB am Anfang nicht gut fand. Wahrscheinlich irgendwas Deutsches oder so, keine Ahnung. Jedenfalls habe ich heute – anlässlich dieser sehr schönen Analyse “Facebook vs. StudiVZ” – nochmal darüber nachgedacht, und dabei festgestellt, dass Facebook sich Schritt für Schritt in mein Herz vorgearbeitet hat.

Inzwischen gehört es zum core-set meines digitalen Alltags, wird mehrfach geöffnet pro Tag, dient als Kommunikations- Entertainment und Distributionskanal usw. – das ist schon ein erstaunlicher Wandel. Und ganz klar ein Phänomen, das auf viele andere zutrifft. Zum einen stelle ich fest, dass gerade in den letzten Monaten unglaublich viele Geschäftspartner plötzlich da sind – die vorher nur auf Xing und Linkedin anzutreffen waren. Zum anderen weiss ich, dass sich meine Tochter – ehemals sozusagen permanent in SchülerVZ eingeloggt – inzwischen mehr auf FB aufhält als auf anderen Plattformen. Hinzu kommt noch mein Patenkind und meine Frau. Letztere ist auch so ein Phänomen, weil sie sehr datenschutz-sensibel ist und bisher überhaupt kein Social Network genutzt hat. Sie wurde von Freundinnen aufgefordert es zu nutzen. Bei dem kurzfristigen AGB-Debakel vor ein paar Monaten wollte sie direkt Ihren Account löschen – konnte sie grade noch abhalten.

Also offenbar eine breite, nachhaltige Entwicklung.

Es gibt natürlich zahlreiche Gründe dafür, die ich jetzt gar nicht alle herausfinden will. Ich will nur mal drei exemplarisch herausnehmen, die ich persönlich schön und gewissermassen wegweisend finde. » Read more…

Lieber Herr Faber…

…was ich bei Ihnen und einer ganzen Riege* ähnlicher Kommentatoren immer nicht verstehe – was ist passiert, als Sie zum letzten mal einen Text wirklich gelesen und – wenigstens in Grundzügen – verstanden haben bevor sie über ihn herfallen mussten? Oder tragen sie jetzt einfach ein Kapuzenshirt und eine Jeans die in den Kniekehlen hängt und finden es ergo uncool Texte ernsthaft zu lesen?

Ich würde es wirklich gerne verstehen.

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Post Privacy und Väterchen Datenschutz

Die Debatte, ob man nun der post-privacy Fraktion oder eher den echten Datenschützern angehört wird ja in letzter Zeit immer heftiger geführt. Was ich zunächst mal der neuen Kultur des Headline-Bangings zuschreiben würde – da lesen nämlich Leute einfach nur „post-privacy“ und schreiben gleich aufgeregte Blog-Kommentare, dass das ja gar nicht ginge und Scientology wäre usw. (so ähnlich wie ich selbst kürzlich schon einen durchformulierten Schmähartikel auf den Hersteller unserer neuen Spülmaschine vorbereitet hatte um in letzter Minute zu merken, dass wir die ganze Zeit mit Entkalker-Tabs für die Waschmaschine gespült hatten…).

Dennoch gibt es auch bei näherer Betrachtung ein paar interessante Punkte.

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